1. Kreisrunder Haarausfall
Die zweithäufigste Form des Haarausfalls, mit etwa 2 %, ist die Alopezia areata, der kreisrunde Haarausfall. Er führt am Kopf zu einem oder mehreren, mehr oder weniger runden Stellen, an denen die Haare fast vollständig ausgehen. In selteneren Fällen fallen sogar sämtliche Haare des Körpers aus (genannt „Alopezia areata universalis“): Augenbrauen, Wimpern, Barthaare, Körperhaare. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten und betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Besonders häufig tritt die Alopecia areata im Kindes- und Jugendalter auf.
Ursache
Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist nicht klar. Wahrscheinlich liegt eine Fehlsteuerung des Immunsystems vor: Die Immunzellen der Haut – normalerweise zuständig für die Abwehr von krankmachenden Keimen – richten sich gegen die Zellen der Haarwurzel. Man bezeichnet dies als Autoimmunerkrankung. Weitere Faktoren können eine psychische Erkrankung oder eine gesteigerte Allergiebereitschaft (Atopie) sein, die bei jedem dritten Kranken zu finden ist. Bei den meisten Patienten stellt sich innerhalb eines Jahres das Wachstum wieder ein. Dauert der Haarausfall länger an, kann es sein, dass die Haare nicht wieder nachwachsen.
Diagnose
Die typischen Symptome des kreisrunden Haarausfalls kann der Hautarzt normalerweise auf den ersten Blick erkennen: Charakteristisch sind kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden, so genannte „Ausrufezeichenhaare” oder „Kommahaare”. Sind bereits kahle Stellen sichtbar, haben diese meist eine gerundete Form und es zeigt sich keine Narbenbildung. Auch Veränderungen der Fingernägel (kleine Grübchen oder Querrillen) gehören oft zum Krankheitsbild.
Eine Haaranalyse (Trichogramm) kann bei dieser Form des Haarausfalles weiterhin zeigen, dass deutlich weniger Haare in der Wachstumsphase sind als beim Gesunden. Die Haarwurzel ist typisch kolbenförmig und der Haarschaft stark verdünnt.
Behandlung
Die Behandlungsmöglichkeiten sind beim kreisrunden Haarausfall sehr eingeschränkt und selten erfolgreich: Die Immunentzündung kann man durch die Einnahme von Kortison unterdrücken – allerdings kommt es nach Absetzen des Kortisons sofort zum erneuten Haarausfall. Die äußerliche Einreibung oder das Einspritzen von Kortison in die kahle Stelle wirkt weniger rasch, ist aber unproblematischer. Bei schweren Fällen kann eine stark reizende Behandlung versucht werden. Sie muss von darauf spezialisierten Ärzten durchgeführt werden. Manchmal kann man die Haare wieder durch eine so genannte „PUVA”-Behandlung - eine Kombinationsbehandlung von UV-Bestrahlung und speziellen Medikamenten - zum Wachsen bringen.
2. Diffuser Haarausfall
Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über die gesamte Kopfhaut verteilt aus und wird schütter. Diese Form des Haarausfalls ist also nicht auf einen bestimmten Teil des Kopfes beschränkt.
Ursache
Ein diffuser Haarausfall kann erstes Symptom einer inneren Erkrankung, Stoffwechselstörung, chronischen Infektion oder eines Mangelzustandes sein. Auch manche Medikamente fördern einen diffusen Haarausfall. Bei männlichen Patienten kann es sich auch um eine generelle Alterserscheinung handeln. Bei Frauen hingegen können die Ursachen sehr vielfältig sein:
- Einnahme von Medikamenten
- Mangelerscheinungen durch Fehlernährung oder nach Fastenkuren
- hormonelle Störungen durch das Absetzen der Pille, die beginnenden Wechseljahre oder die Hormonumstellungen nach der Geburt
- Infektionen
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
- Stress
- etc.
Diagnose
Aufgrund der vielfältigen Ursachen des diffusen Haarausfalls und dem wenig spezifischen Erscheinungsbild, gibt es keine einheitliche Diagnosemethode. Ein möglicher Weg ist es, alle anderen Formen des Haarausfalles auszuschließen (Ausschlussdiagnose).
Behandlung
Die Behandlung des diffusen Haarausfalls ist abhängig von der Ursache.
- Bei Schilddrüsenfunktionsstörungen und Infektionen therapiert man die Grunderkrankung.
- Mangelerscheinungen lassen sich generell durch eine gesunde Mischkost ausgleichen. Ein Mangel an Eisen ist aber recht verbreitet, besonders bei Frauen. Fehlendes Eisen macht sich am Haar besonders bemerkbar. Gegebenenfalls muss man den Mangel mit Eisenpräparaten ausgleichen. Aufschluss darüber gibt eine Blutanalyse.
- Um sich von Stress und Hormonschwankungen zu erholen, braucht der Körper einfach nur Zeit und Ruhe.
Sind Medikamente die Ursache des Haarausfalls, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie auf andere Präparate ausweichen können.
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